SEO-Content-Strategie

SEO Content für die gesamte Customer Journey: So hilfst du dem Nutzer bei jedem Schritt!

Content Marketing, Content Creation, „Content is king“: Wenn jemand mit solchen Stichworten um sich wirft und dann dazu eigentlich nur sagen kann, „Naja, Content ist schon wichtig!“…dann hat diese Person nicht allzu viel Ahnung vom Thema. Denn Content an sich kann alles oder nichts sein, genauso wie eine SEO-Content-Strategie gut oder eben absolut sinnlos sein kann.

Du willst wissen, wie eine wirklich effiziente Content-Strategie aussieht und was das mit SEO 2019 zu tun hat? Dann bist du hier genau richtig!

Egal ob Onlineshop, Lifestyleblog oder ein völlig anderes Projekt – wer eine Internetseite betreut, will gefunden werden, und damit dieser Wunsch Realität werden kann, ist Suchmaschinenoptimierung ein Muss. Denn wie sollen die User auf deiner Seite landen, wenn die irgendwo auf Platz 99 der Google-Suchergebnisse herumdümpelt? Eben. (Nicht umsonst gibt es den klassischen SEO-Witz, dass man nach einem Mord die Leiche am besten auf Seite 2 versteckt.)

Was muss mein Content können?

Was macht also den ultimativen Content aus, mit dem du still und heimlich an der Konkurrenz vorbeiziehen kannst? Ganz einfach: Deine Inhalte müssen einerseits den Usern gefallen und andererseits den Suchmaschinen-Bots von Google, denn nur wenn diese den Content als besonders relevant und zugänglich bewerten, kann er ein gutes Ranking erzielen.

Mehr darüber, was Google aus Nutzersignalen eigentlich so macht, erfährst du im Video:

TL;DR: Perfekter Content ist sofort bei Google auffindbar, d.h. suchmaschinenoptimiert, und macht außerdem die User wunschlos glücklich. Dein Content muss also übersichtlich, umfassend und informativ sein. Und solche Inhalte entstehen nicht von selbst: Was du dafür kennen musst, ist die User Journey und was sich daraus machen lässt!

Die perfekte User Journey

Die User Journey ist nichts anderes als der Weg von der Google-Suchanfrage bis zum Endergebnis. Eigentlich beginnt die Reise schon vorher, nämlich streng genommen an dem Punkt, wo das erste Mal Interesse am Thema entsteht. Je konkreter du dich in diesen Weg hineindenken kannst, desto besser für deine Content-Strategie. Für sinnvolle, zielgerichtete Content-Erstellung solltest du dich also im Wesentlichen mit vier Dingen beschäftigen:

  1. der Buyer Persona
  2. der Customer Journey Map
  3. den Keywords
  4. der Content-Optimierung

Weil wir hier aber nicht nur mit fancy Begriffen um uns werfen wollen, reden wir jetzt Klartext: Wie kann man die einzelnen Punkte in der Content-Strategie umsetzen?

Schritt 1: Die Buyer Persona

Um deine Zielgruppe möglichst genau einschränken zu können, musst du natürlich nicht jeden User einzeln anschreiben und nach der kompletten Lebensgeschichte fragen. Aber: Du solltest unbedingt versuchen, so viele Details wie möglich über dein Zielpublikum herauszufinden. Erstelle fürs Erste am besten eine fiktive Buyer Persona:

  • Woher kommt die Person, die auf deiner Seite landet?
  • Was ist die Motivation hinter der Suchanfrage? Will der User Informationen (informational), etwas kaufen (transactional) oder mit nur einem Klick direkt auf einer spezifischen Seite landen (navigational)?
  • Welchen persönlichen Hintergrund hat die Person, welche Gefühle verbindet sie mit der Suchanfrage und was denkt sie bisher über das Thema?

Mit anderen Worten: Bei der Buyer Persona geht es darum, sich in den User hineinzudenken. Egal, ob die Person fiktiv ist, ob du Daten zur Hilfe nimmst, die du (z.B. über Facebook Insights oder Seitenstatistiken) schon gesammelt hast, oder ob du beide Faktoren kombinierst – je genauer du dich damit beschäftigst, wonach ein User konkret sucht, desto perfekter kann dein Content werden.

Erfolgskriterien für SEO-Content

Was User wirklich wollen…

Es ist ein bisschen wie mit Weihnachts- oder Geburtstagsgeschenken: Sympathiepunkte sammelst du nicht mit Last-Minute-Verzweiflungskäufen, sondern mit Geschenken, die genau zu den Interessen der Person passen und zeigen, dass du dir deine Gedanken darüber gemacht hast.

Du solltest also wissen, was die Buyer Persona auszeichnet, welche Erwartungen du dementsprechend erfüllen musst und was der User als enttäuschend empfinden würde

Nur wenn du all diese Faktoren bedenkst, kannst du realistisch einschätzen, an welchem Punkt der User Journey es vielleicht kritisch werden könnte.

Dass jemand auf deiner Internetseite landet, ist schließlich noch lange keine Garantie, dass eine Conversion stattfindet und das der Beginn einer wunderbaren Freundschaft ist. Wenn du zum Beispiel einen Onlineshop betreibst, es Probleme bei der Auslieferung gibt und der enttäuschte Kunde eine Mail an den Kundenservice schreibt, die dann nur unzureichend beantwortet wird, sind das gleich zwei Probleme, um die du dich dringend kümmern solltest.

Schritt 2: Die Customer Journey Map

Die User Journey bzw. Customer Journey meint ganz einfach alle Schritte, die der User durchläuft, bevor er auf deine Seite kommt und wie er sich verhält, sobald er erst mal da ist. Wäre schön, wenn man sich dabei an immer gleichen Abläufen orientieren könnte – allerdings ist die Customer Journey kein linearer Prozess.

Es kann durchaus sein, dass der User der Reihe nach alles tut, so wie du es vorhergesehen hast. Kann sein, muss aber nicht, denn genauso gut kann es passieren, dass der User an irgendeinem Punkt abbricht und entweder gar nicht mehr oder später wieder zurückkehrt.

Teil deiner Content-Strategie muss es deshalb sein, alle potenziellen Abbruchpunkte zu identifizieren und den User dort abzuholen, wo er vielleicht wieder in die Handlungskette einsteigt. Um dabei nicht den Überblick zu verlieren, bietet sich die Methode an, die Kerry Bodine in diesem Video vorstellt.

Ihre Strategie ist zwar mittlerweile schon ein paar Jahre alt, aber deshalb nicht weniger effektiv:  Bodine schlägt vor, die User Journey mithilfe von Post-Its zu visualisieren, indem man einzelne Schritte der User Journey aufschreibt, aneinanderhängt und markiert, wo eventuell Probleme auftreten könnten. Bunte Zettel aufkleben, seriously? Ja! Probier’s aus – du tust dir damit für den nächsten Schritt einen großen Gefallen (und ganz im Ernst, wem machen Post-Its keinen Spaß?).

Schritt 3: Die Keywords

Ohne passende Keywords steht es schlecht um deine Content-Strategie. Du willst schließlich zu einem bestimmten Thema erstklassigen Content liefern, der dank SEO und inhaltlicher Vollständigkeit dauerhaft gut ranken kann. Viel Spaß an alle, die das ganz ohne (Main) Keywords versuchen wollen.

Im dritten Schritt geht es deshalb darum, die einzelnen Abschnitte der Customer Journey mit entsprechenden Keywords aufzufangen. Ein simples Beispiel: Deine Buyer Persona macht gern Outdoor-Sport und sucht zu diesem Zweck nach einer neuen Jacke. Tja, aber Outdoorjacken für Männer oder Frauen gibt es viele – es muss also ein (Material-)Vergleich her, vielleicht kombiniert mit einem Testbericht. Mögliche Keywords wären dann „Outdoorjacke Vergleich“ oder „Outdoorjacke Test“.

Automatische Vervollständigung der Suchanfrage

Die automatische Suchverfeinerung ist ein Indiz, wohin die Customer Journey gehen könnte.

Das A und O ist hier die Keyword-Recherche. Nutze passende SEO-Tools, um entsprechende Main und Secondary Keywords festzulegen. Mit anderen Worten: Finde heraus, für welche Keywords gute Ranking-Chancen bestehen und für welche Begriffe deine Konkurrenten ranken.

Bleib dabei realistisch und fang statt mit hart umkämpften, riesigen Keywords erst mal klein an, indem du dich auf weniger schwierige Keywords konzentrierst! Der absolute Sweet Spot: Keywords mit hohem Suchvolumen und geringer Schwierigkeit, auch wenn es die natürlich nicht immer gibt.

Schritt 4: Content zuschneiden und optimieren

Jetzt erst sind wir bei dem Schritt, den man schnell mal mit „Content“ verbindet, nämlich der eigentlichen Schreib- und Gestaltungsarbeit. Damit ist aber (surprise, surprise) nicht gemeint, einfach drauflos zu tippen: SEO-Texte schreiben ist eine Kunst für sich!

Denn wie schon gesagt: Du willst ja Inhalte erstellen, die genau die Suchintention der User treffen. Das heißt, es geht darum, in einem Content Piece so vollständig wie möglich alle wichtigen Subthemen zum Suchbegriff abzudecken. Wie das am besten geht, siehst du hier im Video:

Dein wunderschöner, maßgeschneiderter, technisch optimierter Content ist endlich online? Glückwunsch! An diesem Punkt hört die Arbeit aber nicht auf. Ganz im Gegenteil: Zu einer guten SEO-Content-Strategie gehört es auch, konstant die Inhalte im Blick zu behalten, die bereits veröffentlicht wurden.

Das heißt: Dranbleiben! Such zum Beispiel nach „Content-Leichen“: Welche Posts sind längst nicht mehr relevant? Welche Informationen stimmen vielleicht schon gar nicht mehr? Kurz gesagt, welchen Seiten mangelt es ganz gewaltig an Relevanz und wo könntest du aktuelle SEO-Trends umsetzen? Genau dort setzt du an und überarbeitest den Content entweder so, dass er wieder aktuell ist, oder löscht ihn ganz. Ja, auch wenn’s weh tut!

Nice to know: Wie du bei der Content-Strategie Zeit sparst

Klingt nach viel Arbeit, so eine Content-Strategie, die auch aus SEO-Sicht sinnvoll ist? Tja, es wäre gelogen, wenn wir sagen würden, das läuft einfach so nebenher. Allerdings muss man es sich nicht unnötig schwer machen. Hier ein paar Tipps, wie du deinen Content so planen und gestalten kannst, dass du dir langfristig einiges an Zeit sparst:

Content Layering einplanen

Vernetze die einzelnen Inhalte untereinander. Das ist einerseits für die User angenehm, denn so kannst du einfach auf weiterführende Artikel verweisen, statt andauernd Exkurse einlegen zu müssen und dabei schlimmstenfalls komplett vom eigentlichen Thema abzuschweifen.

Andererseits zeugt eine sinnvolle interne Verlinkung von Relevanz, Vollständigkeit und inhaltlichem Knowhow. Ach ja, und: Cleveres Verlinken erspart dir langes Suchen à la „Wir hatten doch mal irgendwo…“, wenn du den Beitrag später aktualisierst.

Systematisch optimieren

Die inhaltliche Ebene ist bei jeder Art Content wichtig, keine Frage. Eine genauso große Rolle spielt aber die technische Komponente: Mit kurzen Ladezeiten, verschiedenen Medientypen zur Auflockerung (Videos, Infografiken, …), suchmaschinenoptimierten Titeln und glaubwürdigen Quellen lässt sich in der Regel schon einiges erreichen. Wenn du dann noch gezielt nach Contentlücken bei der Konkurrenz suchst und diese Gaps selbst abdeckst, hast du alles richtig gemacht.

Achtung: Gib immer das Datum der letzten Aktualisierung an. Es ist keine Schande, eine Seite zu bearbeiten und sie dadurch auf den neuesten Stand zu bringen. Ganz im Gegenteil – für User ist die Aktualität eine wichtige Information. Oder würdest du dich auf einen Beitrag verlassen wollen, um den sich das letzte Mal vor 8 Jahren jemand gekümmert hat?

EAT-Score beachten

Die Kombination aus Expertenwissen, Autorität und Vertrauenswürdigkeit (Trustworthiness), also der EAT-Score, ist nicht zu unterschätzen: Je besser dein Content in diesen Bereichen laut Google-Algorithmus abschneidet, desto positiver kann sich das auf das Ranking einer Seite auswirken. Kurz und knapp gesagt: Content ist das Herzstück im Qualitätsranking. Und diese Tatsache solltest du nutzen.

Für mehr Infos zu Google E-A-T bitte hier entlang:

Hand aufs Herz: Die wichtigsten Fragen

Klar, es ist noch kein Content-Meister vom Himmel gefallen, aber wer sich ungefähr an die vier Schritte hält, startet schon von einer wesentlich besseren Position ins Rennen als Content-Freestyler, die wahllos irgendetwas schreiben und posten. Zur Sicherheit solltest du dir aber bei jedem (und wirklich jedem!) Inhalt, der auf Keyword-Basis erstellt und einem Abschnitt der User Journey zugeordnet wird, ein paar wichtige Fragen stellen:

  • Wird der User mit deiner Marke guten Content assoziieren, vielleicht auch deine Beiträge teilen und immer wieder zu deiner Seite zurückkehren?
  • Oder ist dein Content am Ende nur ein weiterer Beitrag, der willkürlich angeklickt und überflogen wird, bevor man doch lieber woanders weitersucht?
  • Deckst du alle wichtigen Subthemen ab, die deine Konkurrenten vielleicht noch vernachlässigen? Hast du wirklich jede Frage beantwortet oder doch nur umformuliert, was es eh schon gibt?
  • Werden irgendwo Fragen aufgeworfen, die dann doch nicht beantwortet werden? Anders gesagt: Hast du wirklich alle leeren Phrasen ausgemerzt und alle Versprechen gehalten?
  • Passt der Content sprachlich und inhaltlich zur Zielgruppe oder ist er viel zu schwer verständlich bzw. zu banal?
  • Ist der Content übersichtlich aufbereitet, d.h. inklusive Absätze, Auflistungen, Bildern etc.? Das wird umso wichtiger, je länger der Beitrag ist!
  • Hat der Text ein gut zugängliches Layout, d.h. eine Alt-Description, Farbkontraste für gute Lesbarkeit etc.?

Ein bisschen allgemeines Gerede hier, ein paar Grafiken und Bildchen da – das stellen sich viele Leute unter „Content“ vor. Aber genau das sollte es nicht sein. Google nutzt man, um sich über ein Thema zu informieren oder etwas zu kaufen, nicht, um sich mit Allgemeinposten abspeisen zu lassen.

Eben dieses Bedürfnis muss dein Content bestmöglich bedienen. Klar, du musst keine Pyjamaparty mit den Usern veranstalten oder einen BFF-Urlaub buchen – aber im übertragenen Sinne solltest du als Content-Anbieter wie ein guter Freund handeln: immer mit einem offenen Ohr und guten Ratschlägen da sein, statt einen Egotrip nach dem anderen durchzuziehen und nur das beizutragen, was du für interessant hältst. Klingt cheesy, ist aber so.

Versuche, für deine Content-Strategie die richtige Balance zu finden, also eine Aufteilung der Beiträge in…

  • …jetzt relevant und auf ein primäres Ziel zugeschnitten
  • …vielleicht später einmal für den User nützlich
  • …grundsätzlich interessanter Content (die Grenzen zum vorherigen Punkt sind hier fließend)

Und jetzt nochmal auf einen Blick: Was gehört zu einer SEO-tauglichen Content-Strategie?

Recap: Die wichtigsten Schritte

Idealerweise hast du an dieser Stelle schon alles gelesen, was wir bisher geschrieben haben. Wenn nicht, auch kein Problem – hier im Schnelldurchlauf die drei Schritte, die du kennen (und natürlich umsetzen) solltest:

  1. Customer Journey Map erstellen, in der die jeweiligen Phasen berücksichtigt werden: Awareness – Consideration – Conversion – Loyalty
  2. Die Punkte identifizieren, an denen der User eine bestimmte Art von Suchanfrage oder -intention hat (informational, navigational oder transactional)
  3. Keywordlisten für jeden Punkt mit einer der spezifischen Intentionen bestimmen

Achtung: Es reicht nicht, die Customer Journey Map einfach mit dem Sales Funnel gleichzusetzen. Der ist nämlich deutlich geschäftsfokussierter. Bei der Customer Journey geht es vielmehr darum, auf konkrete Bedürfnisse einer Buyer Persona oder bereits existierender Kunden/User einzugehen.

Abgesehen davon spielen natürlich nicht nur interne, sondern auch externe Verlinkungen eine Rolle, und zwar nicht irgendwelche. Überlege, bei wem du (gute!) Backlinks für welche Art Content kriegen kannst – und ob Gastartikel zu einem bestimmten Keyword überhaupt interessant für die jeweilige Zielseite sind. Wenn das Keyword praktisch kein Suchvolumen hat, warum sollte jemand den Gastbeitrag veröffentlichen?

Ob du deine Content-Strategie nun angehst wie wir oder nicht: Unter den Tisch fallen sollte sie auf keinen Fall. Denn egal, ob jemand online oder offline auf dein Angebot aufmerksam wird – nachdem das Interesse am Thema geweckt ist, beginnt die User Journey in der Regel mit einer Google-Suche. Und damit du hier so schnell wie möglich auffindbar bist, muss eine Content-Strategie immer mit einer SEO-Strategie verknüpft sein. So einfach ist das. 

Christina Kniewasser

Christina Kniewasser

Head of Content at Evergreen Media AR GmbH
Christina ist ursprünglich aus dem südlichen Oberösterreich und besonders der Tiroler Bergwelt verfallen. Sie ist zuständig für Content Design, Content-Planung & -Optimierung. Ihren Hang zum Perfektionismus und den Antrieb, sich ständig weiterentwickeln zu wollen, setzt sie stets für unsere Kunden ein.
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